Irene Schlösser

IreneSchlösser, 1922 in Neuss geboren, studierte 1946-49 an der Werkkunstschule in Köln Wandmalerei bei Prof. Gerster. 1953-56 lebte sie Allensbach, von 1961-69 in Berlin, seit 1969 wieder in Allensbach. Ausstellungen in Kopenhagen, Aix-en-Provence, Berlin, Düsseldorf, Konstanz und anderen Städten dokumentierten ihr künstlerisches Werk.
 
 
Waren Irene Schlössers Bilder in der letzten Ausstellung in der Galerie Grashey (1995 und 2000)  durchgehend abstrakt, so mögen die Ausstellungsbesucher überrascht sein, wie nun figurative Elemente ihre Bildwelt  zum großen Teil bestimmen. Die dargestellten Personen erscheinen schemenhaft vor differenzierten, changierenden Farbgründen. Der farbige Kontur abstrahiert die menschliche Figur und  deutet sie mit ihrem linienartigen, der Zeichnung verpflichtetem, lockeren Farbauftrag an. Die Wahl der Acrylfarben für die einzelnen Personen ist nicht willkürlich gesetzt, sie bringen Emotionen zum Ausdruck, erwecken die Szenerie zum Leben, ja enthalten sogar Erzählerisches und fordern so den Betrachter zum freien Assoziieren auf.
Die Transparenz der Farben, die Expressivität der Farben und deren Leuchtkraft sind in Irene Schlössers großformatigen Bildern besonders zu erwähnen. 
Doch es gibt in der Ausstellung auch Beispiele abstrakter Malerei und diese dokumentieren damit die Breite ihrer künstlerischen Ausdrucksformen. Temperament und Expressivität bringen die farbbetonten Bilder zum Schwingen. 
 
 
Die Feststellung in Dr. Barbara Starks Katalogtext (1995, S. 4) trifft immer noch zu: „Irene Schlössers Werk basiert auf der konsequenten Thematisierung der Farbe und zielt darauf, eine optimale bildliche Freisetzung der Eigenmacht Kolorit zu verwirklichen.  .... Die nach ihrer Eigengesetzlichkeit befragte Farbe offenbart im Malakt ihr prozessuales wie individuelles Wesen, und Irene Schlösser hat die Nuancierung der Farbe denn auch in zweifacher Hinsicht zum Konzept erhoben: In ihren Bildern sucht sie die Farbe in ihrer Dichte und koloristischen Qualität zu ergründen, aber auch die Beziehung und Wirkenergien der farbigen Abtönungen untereinander sowie den Einfluß von Komplementärfarben aufzuspüren.“