Anna Lehmann-Brauns, Fotografie

Einladung zur Ausstellungseröffnung


Dienstag, 15. März 2016, 19 – 21 Uhr


Anna Lehmann-Brauns

Fotografie

Einführung: Dorothea Cremer-Schacht, Projektgruppe Fotografie am Bodensee


Anna Lehmann-Brauns, geb. 1968 in Berlin, lebt und arbeitet in Berlin. Studium der Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, Meisterschülerin von Joachim Brohm, Gastprofessur an der Universität für Angewandte Kunst Wien, 2010



Ostern:  vom 24.03-29.03. bleibt die Galerie geschlossen


Kunst um 18 Uhr, Führung mit Apéro Donnerstag,  21. April

Finissage: Samstag,  14. Mai 2016, 12 – 16 Uhr

 
 
BEE, Piemont, 2012, 80 x 120 cm
 

Pressemitteilung zur Ausstellung Anna Lehmann-Brauns


Anna Lehmann-Brauns, geboren 1968 in Berlin. Absolventin der Meisterklasse von Joachim Brohm, Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig. Lebt und arbeitet in Berlin. Gastprofessur an der Universität für Angewandte Kunst Wien, 2010.

Ausgewählte Ausstellungen: 2011:Galerie Greulich, Frankfurt a.M., Morgen Contemporary, Berlin; 2012: LSD Galerie Berlin, Kunstvilla Bregenz; 2013: Galerie Springer, Berlin, 2014: 100plus Hohlstraße, Zürich; 2015: Deutsches Architekturmuseum, Frankfurt a.M.

Ausgewählte Stipendien und Preise: Schloss Balmoral, Anerkennungspreis Europäischer Architekturfotografie-Preis, Stipendiatin Heinrich Böll Stiftung, BRITA Kunstpreis 1.Preis, Art Prize Hospiz, Kunstquartier Arlberg, Fotopreis Haus am Kleistpark, Berlin.

Dies ist die erste Einzelausstellung mit Fotografien der Berliner Fotografin Anna Lehmann-Brauns in der Galerie Grashey.

„Dunkle Flure, Durchgänge, Hintertreppen scheinen darauf zu warten, dass jemand sie benutzt, scheinen ein Geheimnis bereitzuhalten, ein helles Licht in einer Tür, einen rötlichen Schein, doch niemand kommt, um nachzusehen. Leere Schwimmbäder mit einer makellos glatten Wasseroberfläche, lange ist hier niemand mehr geschwommen, nur das Seerosenmuster an der Wand spiegelt sich im Wasser. Auf der Bowlingbahn stehen alle Kegel bereit, aber keine Kugel berührt die Bahn, noch nicht einmal die Diskokugel an der Decke dreht sich. Leere Garderobenständer, das Schlüsselbord einer Hotelrezeption ohne einen einzigen Schlüssel, leere Wartesäle und Restaurants – wir blicken in menschenleere Räume, die darauf zu warten scheinen, dass jemand sie betritt und mit Leben füllt, aber keiner kommt, schon lange nicht mehr. Anna Lehmann-Brauns findet und erfindet Räume, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, die wie Inseln in einer sich immer schneller bewegenden Gesellschaft wirken, vergessen von der funktionalen Dynamik der äußeren Welt.
Räume konstituieren sich immer auch über eine Erfahrung von Zeit, selten wird einem das so deutlich wie in den Bildern von Anna Lehmann-Brauns vor Augen geführt. Beim Betrachten fließen fiktive und reale Zeit ineinander, die Räume dehnen sich aus, ihre Leere und die Komposition von Geometrien und Symmetrien erzeugen einen Eindruck von Dauer, von Permanenz, der die Zeit anzuhalten scheint. Der Stillstand der Zeit öffnet die Bilder zugleich auf einem Empfinden der Zeitlosigkeit und der Irrealität. Bewegung kommt in den Bildern nur als ein illusionistisches Moment, als eine Spiegelung auf glänzendem Boden oder spiegelglattem Wasser vor, die eine Bewegtheit suggeriert, die nie eintritt.“ Zitat Miriam Dreysse, Erinnerung und Melancholie, Lehmann-Brauns theatrale Räume.